»Goldener Fußball« für die ehrenamtlichen Stadionbauer des 1. FC Union Berlin
Der Berliner Fußball-Verbandes verlieh am vergangenen Samstag den »Goldenen Fußball« an die ehrenamtlichen Stadionbauer des 1. FC Union Berlin. Rund 250 Gäste aus Sport, Politik und Wirtschaft kamen im Eugen-Gutmann-Haus am Pariser Platz zusammen und gaben der Preisverleihung somit einen würdigen Rahmen.
Die mehr als 2.000 freiwilligen Helfer vom 1. FC Union verrichteten bei der einjährigen Umbauphase der »Alten Försterei« rund 140.000 Arbeitsstunden. Dabei wurden 5.000 m³ Beton (unter Mithilfe von ca. 600 Betonmischfahrzeugen), 680.000 kg Stahl und 6.000 m Kabel verbaut. Hinzu kamen 3.000 Liter Farbe und rund 500 Fahrzeuge und Maschinen zum Einsatz. Allein diese Zahlen machen deutlich, welchen Umfang das ehrenamtliche Engagement der vielen Helfer besaß.
BFV-Präsident Bernd Schultz würdigte in seiner Laudatio das bürgerschaftliche Engagement der vielen Helfer und betonte, dass die ehrenamtlichen Stadionbauer mit einer beeindruckenden Leistung ihrem Verein ein Stadion gebaut hätten, das Tradition, Moderne und Atmosphäre einzigartig verbindet. Stellvertretend für die über 2000 ehrenamtlichen Stadionbauer nahmen Dirk Zingler (Präsident 1. FC Union), Sylvia Weisheit (Projektleiterin Stadionumbau) sowie sieben weitere Stadionbauer die Auszeichnung entgegen.
Der »Goldene Fußball« ist die höchste Auszeichnung des BFV. Sie wird einmal jährlich an Persönlichkeiten oder Institutionen verliehen, die sich besondere Verdienste um den Berliner Fußball erworben haben. Im letzten Jahr hatte Thomas Härtel (Staatssekretär für Sport) den »Goldenen Fußball« erhalten.
Zuvor zog BFV-Präsident Bernd Schultz in seiner Neujahrsrede ein positives Fazit für das abgelaufene Fußball-Jahr 2009. Neben dem Aufstieg der Damen von Tennis Borussia in die Bundesliga, der zwischenzeitlich mehrwöchigen Tabellenführung von Hertha BSC und &rauqo;knapp« verpassten Meisterschaft in der Bundesliga sowie den Aufstieg des 1. FC Union in die 2. Fußball-Bundesliga versetze ganz Berlin in eine neu dagewesene Fußballeuphorie. Diese Erfolgswelle wurde durch den Aufstieg der Schiedsrichter Felix Zwayer (1. Bundesliga) und Daniel Siebert (2. Bundesliga) und den konstanten Mitgliederzahlen von über 100.000 im Berliner Fußball-Verband komplettiert.
Neben den positiven Entwicklungen im Berliner Fußball fand BFV-Präsident Schultz in seiner Ansprache aber auch mahnende Worte. Auch wenn die Zahl der Gewalttaten auf Berlins Plätzen weiter rückläufig war und im vergangenen Jahr keine rassistischen oder antisemitischen Ausschreitungen registriert wurden, so dürfte sich die Berliner Fußballfamilie auf dem Erreichten nicht ausruhen und müsste das Miteinander und das Füreinander weiter im Auge behalten. Einen Appell richtete Bernd Schultz in diesen Zusammenhang auch an die Politik und forderte eine Überarbeitung der gesetzlichen Regelungen für Lärmschutz. So könne es nicht weiter hinnehmbar sein, dass Lärm von Kindern und Sportlern mit Industrie- oder Fluglärm gleichgestellt wird und somit den Bestand der Sportanlagen (bzw. ihre zeitlich uneingeschränkte Nutzung) durch Anwohnerklagen gefährdet wird. Diese Forderung fand unter den anwesenden Besuchern genauso regen Applaus, wie der Appell an die Politik, die Verzögerungen beim Neubau der Sportanlage Gleichdreieck nicht weiter hinzunehmen. Hier müsste die Politik endlich aktiv werden.
Insgesamt schaut der Berliner Fußball-Verband auf eine gelungene Veranstaltung zurück, die den Besuchern sehr viel Freude bereitet hat. Der nächste Neujahrsempfang findet voraussichtlich am 14. Januar 2011 statt. Dann mit einem neuen Preisträger.
Online gestellt: 23. Januar 2010 / kl
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