Pokal-Fight hinter Stacheldraht

Unter prominentem Besuch spielten in der JSA Berlin Fußballteams aus Justizvollzugsanstalten ganz Deutschlands um den Sepp-Herberger-Pokal 2024.

Im Rahmen der Initiative „Anstoß für ein neues Leben“ zur Resozialisierung jugendlicher Strafgefangener in ganz Deutschland wurde am 8. Juni in der Jugendstrafanstalt in Berlin-Plötzensee das Turnier um den Sepp-Herberger-Pokal 2024 ausgetragen. Zehn Männer- und vier Frauen-Teams von Justizeinrichtungen aus dem gesamten Bundesgebiet lieferten sich dabei einen spannenden und fairen Wettbewerb, an dessen Ende sich alle Mannschaften über ihre verdiente Anerkennung freuen durften. Begleitet wurde die Veranstaltung durch ein buntes Rahmenprogramm sowie prominenten Besuch. 

Grenzenloser Sportsgeist 

Bei bestem Wetter spielten die Teams ihre Meisterinnen und Meister aus und lieferten sich spannende Spiele, die genauso von großem Ehrgeiz geprägt waren, wie von beachtenswerter Fairness. Die Schiedsrichter erlebten einen entspannten Arbeitstag, während die Spielerinnen und Spieler Glanzleistungen ihrer gegnerischen Teams regemäßig mit respektvoller Anerkennung zu schätzen wussten. „Das Wetter ist perfekt und die Spiele sind es auch“, kommentierte Werner Poel, Trainer der Fußball-AG in der JSA Berlin, am Spielfeldrand treffend und merkte schmunzelnd an: „Nur die Platzierung stimmt nicht, aber wir sind halt durchweg gute Gastgeber“. 

Während die Berliner Teams auf dem Rasen anderen Mannschaft den Vortritt lassen mussten, hatte Berlin dafür auf der Programmbühne seinen großen Auftritt. Die Spielerinnen des Frauen-Teams sorgten mit einem beeindruckenden Rap- und Gesangsauftritt für gute Stimmung bei allen Anwesenden, die während der Darbietung bei Bratwurst, Obst und Kuchen etwas Abwechslung von ihrem Gefängnisalltag finden konnten. Ebenfalls unter den Zuhörenden befanden sich der BFV-Vizepräsident Gesellschaftliche Verantwortung Mehmet Matur sowie Vizepräsident Finanzen & Marketing Thorsten Manske, die als Vertreter des Berliner Fußball-Verbandes später noch bei der Sieger:innenehrung auf der Bühne stehen sollten. 

Ex-Nationalspieler Uli Borowka zu Gast 

Ebenfalls der Einladung nach Plötzensee gefolgt, war der ehemalige Bundesliga-Star und deutsche Nationalspieler Uli Borowka. Auf der Bühne erzählte er aus seinem Leben als aktiver Profi mit Alkoholproblem und wie er sich aus seiner Sucht hat heraushelfen lassen. Der Ex-Kicker sprach auf Augenhöhe mit den zuhörenden Insassinnen und Insassen über seine Geschichte und war auch im weiteren Verlauf der Veranstaltung ein geschätzter Gesprächspartner auf dem Gelände. Zudem hatten sich auf der Bühne Christine Lambrecht, Kuratoriumsmitglied der DFB-Stiftung Sepp Herberger, der Staatssekretär für Justiz Dirk Feuerberg sowie der Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Berlin Nord Christoph Möller für einen kurzen Talk eingefunden. Es gab lobende Worte für die Veranstaltung und die sportlichen Leistungen der jungen Spielerinnen und Spieler verbunden mit der Betonung der großen Bedeutung von Resozialisierung. 

Nachdem auch die letzten Partien, zum Teil erst im Entscheidungsschießen, beendet worden waren, fand die große Sieger:innenehrung statt. Zunächst wurden die vier Schiedsrichter unter Applaus aller Anwesenden geehrt, ehe jedes Team seinen verdienten Pokal aus der Riege an Gratulant:innen rund um JSA Berlin-Leiter Bill Borchert erhielt. Dabei gab es viel Freude und große Emotionen auf der Bühne, vor allem als die jungen Frauen der JVA Köln ihren Trainer mit einem signierten Trikot verabschiedeten. Die Trophäen für den Gewinn des Sepp-Herberger-Pokals 2024 gingen schließlich an die Männer der Spielgemeinschaft JA Hameln / JVA Vechta sowie die Frauen der JVA Zweibrücken, die ihre Schalen unter großem Jubel in die Höhe stemmten. 

Der Berliner Fußball-Verband dankt der DFB-Stiftung Sepp Herberger, der Bundesagentur für Arbeit und der Jugendstrafanstalt Berlin sowie allen weiteren haupt- und ehrenamtlichen Unterstützenden für die sehr gelungene Organisation und Durchführung der Veranstaltung. 

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