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DFB-Pokalfinale in Berlin: Eine Erfolgsgeschichte

Auch im Mai 2026 wird das Finale des DFB-Pokals wieder im Berliner Olympiastadion stattfinden. Die letzten Unterschriften dafür sind seit heute in trockenen Tüchern (siehe Meldung). Am beliebten Schlachtruf „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“ wird sich also bis auf weiteres nichts ändern. Dabei war es lange Zeit keine Selbstverständlichkeit, dass es für die beiden erfolgreichsten Teams des Wettbewerbs am Ende nach Berlin gehen sollte.

Beginn einer Tradition

1952 wurde nach dem Ende des zweiten Weltkrieges erstmals wieder ein nationaler Pokalwettbewerb ins Leben gerufen. Der damals als „DFB-Vereinspokal“ betitelte Wettbewerb fand in Rot-Weiß Essen seinen ersten Titelträger. Blau Weiß 90 und Wacker 04 Berlin waren seinerzeit in der ersten Runde gescheitert, hochgestemmt wurde der Pokal von den Essenern im Düsseldorfer Rheinstadion. Die Finalorte wurden in der Folge von Jahr zu Jahr neu festgelegt. Berlin wurde dabei, nachdem man im Vorgänger-Wettbewerb „Tschammerpokal“ noch sechsmal das Endspiel ausgetragen hatte, zunächst nie berücksichtigt.

Das sollte sich 1985 grundlegend ändern. Gemeinsam mit dem Senat machte sich der BFV unter der Führung seines Präsidenten Uwe Hammer beim DFB über lange Zeit für eine Austragung des Endspiels in West-Berlin stark. Der Vergabe in die Exklave der Bundesrepublik Deutschland sollte eine hohe symbolische Funktion zukommen. Gerade wegen der Situation im geteilten Deutschland wurde die Eignung West-Berlins für die Finalaustragung jedoch lange in Frage gestellt und ein Ausbleiben vieler Fans befürchtet. Die hartnäckige Arbeit und Überzeugungskraft von Uwe Hammer und seinen Mitstreiter*innen sollte sich jedoch auszahlen: Berlin wurde ab 1985, zunächst für fünf Jahre, als neuer Austragungsort für das DFB-Pokalfinale auserkoren.

Die ursprünglichen Befürchtungen sollten sich nicht bewahrheiten und in Berlin wurde am 26. Mai 1985 vor über 70.000 Zuschauenden ein rauschendes Fußballfest gefeiert. Bayer 05 Uerdingen schlug den FC Bayern München mit 2:1, und es wurde der Grundstein für mehr als 41 weitere Jahre DFB-Pokalfinale in Berlin gelegt. Bis 2009 immer mit dabei: das DFB-Pokalfinale der Frauen, das bis zur Verlegung nach Köln traditionell vor dem Endspiel der Männer im Olympiastadion ausgetragen wurde. Erstes Siegerinnen-Team in Berlin war der FSV Frankfurt.

Die Berliner Sehnsucht nach dem Endspiel

Riesengroß ist seit 1985 natürlich der Wunsch aller Berliner Fußballfans, mit ihrem Verein das Finale in der eigenen Stadt spielen zu dürfen. 2001 gelang dies dem 1. FC Union ein einziges Mal. Als Regionalligist zogen die „Eisernen“ ins Endspiel ein und mussten sich dort an einem denkwürdigen Tag dem FC Schalke 04 mit 0:2 geschlagen geben. Ebenfalls unvergessen bleibt der Finaleinzug der Hertha BSC Amateure. Die zweite Mannschaft der Herthaner kämpfte sich 1993 bis ins Finale. Dort unterlagen die „Hertha-Bubis“ letztlich Bayer 04 Leverkusen mit 0:1. Zwei Endspielteilnahmen in den Jahren 1977 und 1979 stehen indes für die Profi-Mannschaft der Herthaner zu Buche. Die Chance auf das erste Finale in Berlin bietet sich der „alten Dame“ noch in diesem Jahr: am 10. Februar 2026 empfängt man im Viertelfinale den SC Freiburg. 

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