Berlins U16-Juniorinnen kehren mit der Bronzemedaille vom Länderpokal in Duisburg zurück. Mit drei Siegen und einer Niederlage belegte die Berliner Auswahl am Ende einen starken dritten Platz. Das DFB-Sichtungsturnier, auch Länderpokal genannt, ist der größte bundesweite Vergleich der Landesauswahlteams in Deutschland. Es nehmen 21 Landesverbände teil, um an vier Spieltagen das beste Team auszuspielen. Zudem werden durch das Turnier die Spielerinnen für die deutsche U15- und U16-Nationalmannschaft durch die Trainer*innen des DFBs gesichtet.
Die 16 Berlinerinnen der Jahrgänge 2010 und 2011 trafen sich bereits letzten Montag in der Sportschule am Wannsee für gemeinsame Regenerationseinheit, mentale Einstimmung auf das Turnier und die letzte Feinabstimmung in individuellen und Kleingruppenanalysen. Am Mittwoch machte sich das Team schließlich auf den Weg zum Turnierort in Duisburg.
1. Spiel: Berlin 1:7 Bayern
Im ersten Spiel trafen die Berlinerinnen direkt auf einen der traditionellen Favoriten auf den Turniersieg. Bayern versuchte von Beginn an den Berliner Spielaufbau unter Druck zu setzen und provozierte so frühe Fehler, die eiskalt bestraft wurden. Bereits nach wenigen Minuten stand es so 0:3. Die Berlinerinnen konnten nach und nach mehr Sicherheit gewinnen, insbesondere in der Mitte wirkte die Partie ausgeglichener, am Ende der Partie drehten die robust und auf sehr hohem Niveau spielenden Bayerinnen nochmal auf, und erhöhten. Viola gelang auf Berliner Seite zwischenzeitlich noch der Anschlusstreffer zur Ergebniskosmetik.
2. Spiel: Berlin 2:1 Hamburg
Den Berlinerinnen blieben nur knappe 18 Stunden, um sich von dem schwierigen Start in das Turnier zu erholen. Die Anfangsphase der Partie war durch viele Zweikämpfe im Mittelfeld geprägt, den ersten Vorteil konnte sich Hamburg mit einem Treffer nach 19 Minuten erspielen. Die Berlinerinnen brachten sich in der Schlussphase zurück ins Spiel: Meryem wurde zwischen den Linien freigespielt und steckte den Ball auf Hannah durch. Sie blieb aus 14 Metern cool und vollendete zum 1:1 ins kurze Eck. In der Schlussminute kam Hannah nach Flanke von Jolica erneut am 5-Meter-Raum zum Abschluss, wurde dabei allerdings von der Hamburger Torspielerin gefoult. Amélie versenkte den fälligen Strafstoß flach zum ersten Turniersieg für die Berlinerinnen.
Spiel 3: Berlin 2:1 Bremen
Im dritten Spiel kam es zum Déjà-vu für das Berliner Team. Es dauerte nur 55 Sekunden, bis Bremen nach einem frühen Ballgewinn in Führung ging. Im Gegensatz zum ersten Spiel, wurde der Rückschlag allerdings schnell verarbeitet werden und Berlin erspielte sich kontinuierlich Möglichkeiten, während Bremen vor allem über ihre rechte Seite immer wieder gefährlich wurde. Der Berliner Ausgleich gelang bereits wenige Minuten später, indem sich Viola den Ball bei der gegnerischen Mittelfeldspielerin schnappte und mit einem halbhohen Chip aus 20 Metern über die Torhüterin für das 1:1 sorgte. Sie war es auch, die in der Schlussphase nach sehenswerter Schussfinte mit rechts und folgender Eingabe mit links von Elina den Ball an der Strafraumkante bekam, und per Volley mit den linken Fuß in das lange Eck für den 2:1-Sieg der Berlinerinnen sorgte.
4. Spiel: Berlin 2:1 Brandenburg
Im letzten Spiel des Turniers kam es zum Derby mit dem Landesverband aus Brandenburg. Beide Teams brachten viel Energie auf den Platz, woraus sich ein sehr temporeiches Spiel entwickelte. Ungewohnterweise gingen die Berlinerinnen in Führung: Stürmerin Hannah eroberte sich selbst den Ball, dribbelte auf die Torhüterin zu und versenkte cool. Kurz nach der Halbzeitpause gleichen die Brandenburgerinnen per Kopfball aus kurzer Distanz aus. In der offenen Schlussphase setzte sich die Berlinerin Michaela nach Chipball von Nele auf dem linken Flügel durch – zwei Berlinerinnen verpassten im Zentrum, doch die eingerückte Amélie stand am zweiten Pfosten zum Siegtreffer bereit.
Mit drei Siegen aus vier Spielen, konnten das Berliner Team 9 Punkte bei einem Torverhältnis von 7:10 erobern. Mit der erfolgreichen Aufholjagd bedeutet dies ein Platz auf dem Treppchen als drittbestes von 22 Teams.
"Ein Spiegelbild der Saison"
Verbandssportlehrer Falko Grothe: „Wir sind sehr glücklich, die Bronze-Medaille mit nach Berlin bringen zu dürfen. Nach dem schwierigen Start und zwei weiteren Spielen, die wir erst drehen mussten, hat das Team echte Comeback-Qualitäten gezeigt. Die Spielerinnen hatten Vertrauen in sich, ihre Mitspielerinnen und das, was wir vorhatten, sind mutig geblieben und haben großen Willen bewiesen die Spiele für sich zu entscheiden. Das Turnier war damit ein Spiegelbild der Saison, in der Rückschläge immer positiv verarbeitet werden konnten und als Chancen wahrgenommen wurden, an denen man wachsen kann. Die Spielerinnen haben in der Vorbereitung selbst gesagt: „Wir machen das Unmögliche“. Nach dem Start in das Turnier, trifft diese Beschreibung das Endergebnis ziemlich gut. Ich denke, dass die gemachte Erfahrung einen wichtigen Schritt in der persönlichen Entwicklung der Spielerinnen ausmachen kann und bin sehr stolz auf die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind.“
"Duisburg ist für uns als Spielerinnen immer ein Highlight"
Kapitänin Therese: „Das Sichtungsturnier in Duisburg ist für uns als Spielerinnen immer ein Highlight, sowohl individuell als auch als Team. Dieses Jahr konnte man von Spiel zu Spiel eine deutliche Leistungssteigerung erkennen, und die Platzierung, die am Ende daraus entstanden ist, spiegelt unsere Entwicklung in dieser U16-Saison gut wider.“
Letzte gemeinsame Maßnahme
Die Spielerinnen wurden abgestellt von: 1.FC Union Berlin, FC Nordost, Hertha BSC, Nordberliner SC.
Mit dem Länderpokal stand die letzte gemeinsame Maßnahme für den Jahrgang 2010/2011 an. Während die 2011erinnen noch bis Himmelfahrt gemeinsam trainieren sowie ein abschließendes Turnier in Prag haben und dann im Sommer an der Sichtung für die neue U16-Juniorinnen teilnehmen. Der Jahrgang 2010 startet dagegen direkt in die U19-Frauen-Landesauswahl, die Ende April beim Westdeutschen Regionalturnier in Duisburg erneut im Einsatz ist.