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BFV veröffentlicht Bericht zu Diskriminierungsvorfällen

Ende des Jahres 2024 hat die Anlaufstelle Antidiskriminierung des Berliner Fußball-Verbandes eine Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen im BFV-Spielbetrieb durchgeführt. Die Umfrage verfolgte das Ziel, die dokumentierten Vorfälle aus Sonderberichten, Vorkommnissen und Meldungen zu ergänzen, um einen Einblick in das große Dunkelfeld – sprich nicht gemeldete Vorfälle – von Diskriminierungen zu erhalten. 

Dafür wurden 116 Antwortbögen ausgewertet, deren Ergebnisse – auch bei niedriger Repräsentativität - Aufschluss über die Verbreitung von Diskriminierungen sowie die Wahrnehmung von Maßnahmen geben sollen. 

Bericht zu Diskriminierungsvorfällen im Berliner Amateurfußball

Diskriminierung auf dem Fußballplatz: Wer ist betroffen? 

Von den 116 ausgewerteten Fragebögen gaben 61 Prozent der Befragten an, selbst mindestens einmal Diskriminierung erfahren zu haben, 85 Prozent haben Diskriminierung im Spielbetrieb beobachtet. Besonders betroffen sind demnach intersektional benachteiligte Gruppen - darunter vor allem Menschen, die sich nicht als weiß, nicht als deutsch, FLINTA* oder LGBTQIA+ identifizieren. In diesen Gruppen berichten 90 Prozent von persönlichen Diskriminierungserfahrungen. 72 Prozent der Betroffenen geben zudem an, dass sie der Vorfall längerfristig beschäftigte. 

Die vorherrschende Diskriminierungsdimension ist dabei Rassismus, gefolgt von geschlechtsbezogener Diskriminierung und intersektionalen Diskriminierungsvorfällen. Die meisten Vorfälle gehen laut Umfrage von Gegenspieler:innen auf dem Spielfeld und von Zuschauenden aus und werden verbal oder als Mikroaggressionen wahrgenommen. 

Das sind die möglichen Maßnahmen 

Aus der Umfrage geht hervor, dass nur wenige der befragten Betroffenen die Vorfälle der Schiedsrichterin bzw. dem Schiedsrichter oder dem Verband melden. Die Möglichkeit, direkter Meldungen von Kinderschutz-, Gewalt- und Diskriminierungsfällen an den BFV war dem Großteil der Befragten nicht bekannt. 

Neben dem Aspekt der Sichtbarkeit lassen sich aus der Umfrage zudem Handlungsbedarfe in den Bereichen Qualifizierung, etwa durch Antidiskriminierungsschulungen, sowie Diversitätsförderung im BFV erkennen. Auch der Wunsch nach einer höheren Relevanz der Betroffenenorientierung lässt sich ableiten. Zudem erkennt der BFV die Bedeutung einer weiteren Etablierung der hauptamtlichen Anlaufstelle Antidiskriminierung, was die Einbeziehung bei Entscheidungen, Problemen und Fragestellungen rund um das Thema Diskriminierung betrifft. 

Weitere Informationen zum Thema Antidiskriminierung im BFV 

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