Die U15-Auswahl aus Berlin hat beim DFB-Sichtungsturnier in Duisburg-Wedau mit einer beeindruckenden Gesamtleistung überzeugt und sich am Ende verdient die Silbermedaille gesichert. Ohne Niederlage absolvierte das Team alle vier Spiele und präsentierte sich dabei als eine der spielstärksten Mannschaften der 22 Teams des Turniers.
Bereits im Auftaktspiel gegen Niedersachsen unterstrichen die Berliner ihr Potenzial. Von Beginn an dominierte die Mannschaft das Geschehen und setzte den Gegner früh unter Druck. Im zweiten Drittel zahlte sich der Aufwand schließlich aus: Nathan Knoll traf doppelt zur verdienten Führung. Nach dem zwischenzeitlichen Anschlusstreffer stellte Anderson Sekyere den alten Abstand wieder her, ehe Niedersachsen mit dem Schlusspfiff auf 3:2 verkürzte.
Im zweiten Spiel gegen Bremen zeigte sich ein ähnliches Bild – allerdings ohne Torerfolg. Trotz klarer Überlegenheit und zahlreicher Chancen wollte der Ball nicht ins Netz – Latte, Pfosten oder der Bremer Keeper verhinderten die Führung. So musste sich Berlin mit einem 0:0 begnügen.
Im dritten Spiel gegen Sachsen-Anhalt ließ das Team keinen Zweifel aufkommen. Von Beginn an belagerte Berlin den gegnerischen Strafraum und erspielte sich Chance um Chance. Auch ein verschossener Foulelfmeter brachte die Mannschaft nicht aus dem Konzept. Im zweiten Drittel sorgte Akon Nde Lippert mit zwei herausragenden Treffern für die verdiente Führung, ehe Darnel Djemmo nur kurze Zeit später auf 3:0 erhöhte. Weitere Möglichkeiten blieben ungenutzt, der Erfolg war jedoch ungefährdet.
Medaillenentscheidung im Endspiel und zufriedener Verbandssportlehrer
Zum Abschluss wartete mit der Auswahl Südwest ein echtes Endspiel um die Medaillenplätze und Berlin setzte noch einmal einen drauf. Dominant im Spielaufbau, variabel im Angriff und mit zahlreichen Chancen bestimmte das Team das Spielgeschehen. Erneut war das zweite Drittel entscheidend: Arian Esati traf per Distanzschuss zur Führung, Anderson Sekyere erhöhte sehenswert per Kopf. Im Schlussabschnitt setzte Harry-Peace Tekwe mit dem Treffer zum 3:0 den Schlusspunkt. Trotz weiterer hochkarätiger Chancen blieb es bei diesem Ergebnis. Durch den Sieg sicherte sich Berlin den zweiten Platz hinter dem ungeschlagenen Sieger aus Baden und nahm von Nationaltrainer Marc Meister die Silbermedaillen in Empfang.
Verbandssportlehrer Rudy Raab zeigte sich nach dem Turnier hochzufrieden: „Wir haben eine exzellente Turnierleistung unserer Berliner Nachwuchsspieler erleben dürfen. Das Team hat sich auf und neben dem Platz als starke Einheit präsentiert. In jedem Spiel hatten wir eine mutige und dominante Spielanlage und das ohne die fünf aktuellen Nationalspieler.“
Besonders hervorzuheben sei die Variabilität im Offensivspiel: „Wir hatten in jedem Spiel 60 bis 70 Prozent Ballbesitz. Dazu kam ein fleißiges Defensivverhalten - drei Spiele ohne Gegentor zeigen das eindrucksvoll.“ Verbesserungspotenzial sieht Raab vor allem in der Verwertung: „Wir müssen unsere Überlegenheit noch konsequenter in klare Chancen und Tore ummünzen.“
Vier DFB-Nominierungen und ein kleines Fußballmärchen
Auch individuell setzte die Berliner Auswahl starke Akzente. Mit Adel Mustafi, Marwin Hoffmann (beide Union Berlin), Amin Saidi (Hertha BSC) und Nathan Knoll (Stern 1900) wurden gleich vier weitere Spieler für kommende DFB-Lehrgänge nominiert. Besonders die Entwicklung von Nathan Knoll wirkt märchenhaft. Der Spieler vom Stern 1900 aus der drittklassigen Landesliga war erst im Winter zur Auswahl gestoßen. Raab erkannte sein Potential, setzte ihn auf der ungewohnten linken Außenverteidigerposition ein und besaß den Mut den „Nobody“ für das DFB-Turnier zu berufen. Dort zahlte es Nathan mit starken Leistungen und wichtigen Toren zurück und spielte sich damit sogar in den Fokus der DFB-Sichter.
Neben Knoll standen mit Luca Keßel und Keylian Tientcheu von Viktoria 89 zwei weitere Spieler aus Berliner Amateurvereinen im Kader. Die Doppelstrategie aus der Förderung von Talenten aus Nachwuchsleistungszentren und Amateurvereinen trägt damit eindrucksvoll Früchte. Unterstützt wurde Raab in Duisburg von den Co-Trainern Roberto Luzardo und Christoph Bartodzeij sowie Physiotherapeut Yussef Hasan.