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Zukunft des Berliner Fußballs: TEAM BERLIN tritt in den Dialog

Intensiver in den Austausch kommen, die Berliner Fußballvereine gezielt stärken und den Hauptstadtfußball innovativ und zukunftsfähig gestalten: Diese übergeordneten Ziele verfolgt der Berliner Fußball-Verband in der neuen Wahlperiode, die mit dem Ordentlichen Verbandstag am 22. November 2025 begann.

„Das TEAM BERLIN soll in den Mittelpunkt gerückt werden in den kommenden Jahren“, betonte BFV-Präsident Bernd Schultz in seiner Eröffnungsrede beim TEAM BERLIN-Auftaktdialog, der am Freitag, den 23. Januar 2025, ab 16:30 Uhr auf dem EUREF-Campus Berlin stattfand. Das TEAM BERLIN, das sind all diejenigen, die den Amateurfußball in Berlin prägen – egal ob als Spieler*innen oder Schiedsrichter*innen auf dem Platz, als Trainer*innen, Betreuer*innen oder Eltern an der Seitenlinie oder als Ermöglicher*innen im Umfeld, wie u. a. Funktionär*innen, Partner*innen, Medien oder Politik (siehe Leitbild des BFV). Der BFV möchte die Bedarfe seiner Mitglieder stärker in den Fokus rücken und sie aktiv in die Zukunftsgestaltung einbinden. „Wir wollen im zweiten Halbjahr 2026 Beteiligungsformate ins Leben rufen. Diese Formate wollen wir heute mit ihrem Input entwickeln“, erklärte BFV-Geschäftsführer Kevin Langner zu Beginn der Veranstaltung in Schöneberg. 

Arbeitsstationen mit unterschiedlichen Schwerpunkten

Um die Ideen der rund 100 Teilnehmenden beim TEAM BERLIN-Auftaktdialog möglichst zielgerichtet und strukturiert aufzunehmen, waren in der Veranstaltungslocation verschiedene Arbeitsstationen aufgebaut, an denen diskutiert, Fragen gestellt und Inhalte festgehalten wurden. Begleitet von hauptamtlichen Mitarbeitenden des BFV arbeiteten die Gäste aus dem Berliner Fußball an den Ständen zu folgenden thematischen Schwerpunkten: 

  • Vereinsfokus 2026: Mit welchen Themen befasst sich der eigene Verein 2026 besonders?
  • Bedarfe, Wünsche und Herausforderungen: Welche Bedarfe und Herausforderungen begegnen den eigenen Vereinen? Welche Unterstützungsmöglichkeiten seitens des BFV ergeben sich daraus?
  • Beteiligungsformate: Wie sollten Formate des BFV künftig gestaltet sein, um aktive Beteiligung zu fördern?
  • Fairplay: Wie sieht das eigene Verständnis von Fairplay auf und neben dem Platz aus?
  • Innovation: Was sind realistische Lösungsansätze für bestehende Herausforderungen von Vereinen?
  • Inspiration: Von innovativen Ideen anderer Vereine lernen und Teil der Diskussion werden. 

Nach der Arbeitsphase wurden die Ergebnisse durch Moderator Martin Meyer auf der Bühne zusammengefasst und mit allen Anwesenden geteilt. Die Erkenntnisse werden in die Konzeption der kommenden Beteiligungsformate sowie die inhaltliche Ausgestaltung der TEAM BERLIN-Strategie 2026-2029 einfließen, deren Umsetzung auf dem Ordentlichen Verbandstag 2025 beschlossen wurde.

„Engagement mit 15 bis 20 Wochenstunden ist nicht mehr zeitgemäß“

Die gedankliche Aktivierung an den Arbeitsstationen wurde im weiteren Veranstaltungsverlauf durch das Bühnenprogramm vertieft. Einem Input von Kevin Langner zur neuen TEAM BERLIN REPLAY-Strategie für mehr Mädchen, Frauen, inter, nicht-binäre, trans und agender Personen im Berliner Fußball folgte eine Podiumsdiskussion zur Zukunft ehrenamtlichen Engagements. Dazu begrüßte Martin Meyer den 1. Vorsitzenden von Askania Coepenick, Max Büttner, sowie BFV-Präsidialmitglied Junge Generation U30 Hannah​ Bachhoffer​ auf der Bühne.

Dass es Veränderungen in der Ehrenamtsstruktur brauche, um den wachsenden Herausforderungen gerecht zu werden, darüber waren sich beide einig. „Wir brauchen ein Ehrenamt in Rollen, das auch in drei bis vier Wochenstunden funktioniert. Engagement mit 15 bis 20 Wochenstunden ist nicht realistisch und auch nicht mehr zeitgemäß“, sagte Max Büttner und wurde darin von Hannah Bachhoffer bekräftigt: „Auch Microvolunteering bringt sehr viel, wenn es gut konzipiert ist. Jede und jeder Ehrenamtliche kann ein Vorbild sein, egal wie viel Zeit sie mitbringen können.“ Das DFB-Punktespiel, bei dem Amateurvereine für die Umsetzung von unterschiedlichen Maßnahmen mit attraktiven Preisen belohnt werden, empfindet der Vorsitzende von Askania Coepenick als eine gelungene Aktion. „Es bringt uns Ideen, wo wir in der Umsetzung anfangen können und erleichtert so den Denkprozess“, so Büttner, der zum Abschluss des Talks gegenüber dem BFV noch zwei Wünsche für die Zukunft äußerte: „eine intensive Beratung für moderne Organisationsformen und eine Projektbegleitung, die administrative Tätigkeiten im Vereinsehrenamt abnimmt.“

„Aus der Komfortzone heraustreten“: Der Innovationspreis des Berliner Fußballs

Im zweiten Programmteil des Abends, der ab ca. 18:30 Uhr begann und dem sich weitere Gäste aus der Berliner Sportpolitik anschlossen, stand zunächst das Thema Innovation im Fokus. Zum zweiten Mal nach 2024 vergab der BFV den Innovationspreis des Berliner Fußballs. Prämiert wurden kreative Ideen aus den Berliner Vereinen, die sich zukunftsgerichtet und lösungsorientiert mit den Themen Ehrenamtsgewinnung und -bindung beschäftigen.  

Vor der großen Preisverleihung sprachen Lisa Währer, Co-Founder & Managing Director bei Viktoria Berlin, und Tolga „Santino“ Herdem, Moderator und Gesicht der kommunikativen Begleitung der erstmaligen Auflage, über Disruptionen im Fußball. Beide sind Teil des Ausschusses für Innovation, Vereins- und Verbandsentwicklung im BFV, der die Konzeptionierung des Preises übernommen hatte.  „Innovation stellt für mich eine zentrale Frage“, erklärte Tolga „Santino“. „Dient das Bestehende wirklich den Menschen oder nur der Struktur? Innovativ sein bedeutet für mich, aus der Komfortzone herauszutreten.“ Lisa Währer betonte, dass „Innovation nicht immer gleich etwas völlig Neues sein“ müsse. „Es kann auch eine Innovation sein, Dinge zu verbessern und Potential bestmöglich auszuschöpfen.“

Die Verleihung der Auszeichnungen übernahmen anschließend BFV-Präsident Bernd Schultz, Hannah Bachhoffer (Präsidialmitglied Junge Generation U30) und Malte Schruth (Präsidialmitglied Innovation, Vereins- und Verbandsentwicklung und Qualifizierung). Folgende Vereine durften sich über ein Preisgeld freuen: 

Geteilter 1. Platz (Preisgeld je 1.000€): 

  • Askania Coepenick („Micro Volunteering“)
  • Polar Pinguin („Engagement-Assists“)
  • Berolina Mitte (Interview-Format „Im Porträt“) 

Geteilter 2. Platz (Preisgeld je 400€): 

  • Pfeffersport („KIEZ-Karte“)
  • BSC Rehberge („Konzept zur Ehrenamtsgewinnung“)
  • Berliner Amateure („Deutschlandticket für Übungsleiter*innen“)
  • Friedrichshagener SV („Friedrichshagen sagt Danke“) 

Geteilter 3. Platz (Preisgeld je 100€): 

  • Askania Coepenick („Agenda 2030“)
  • Internationale Berlin (diverse Projekte, wie u.a. dem Handbuch „Ehrenamt mittendrin“)
  • BFC Germania („Gemeinsam ins Ehrenamt“) 

Die Ideen können hier eingesehen werden und als Inspiration dienen: Einreichungen Innovationspreis des Berliner Fußballs 2025

Auslosungen und gesellschaftliches Engagement runden Veranstaltung ab

Der BFV nutzte die feierliche Bühne des TEAM BERLIN-Auftaktdialogs, um vor dem versammelten Publikum die Auslosungen im Polytan-Pokal der 1. Frauen und im COSY-WASCH Landespokal der 1. Herren vorzunehmen. Die Paarungen, die von Lina, Teilnehmerin am BFV-Mädchenfußballprojekt Alle kicken mit! und heimlicher Star des Abends, gezogen wurden, können hier eingesehen werden: Auslosungsergebnisse 1. Frauen und 1. Herren

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch die Vorstellung der gemeinsamen Spendenaktionen des BFV und seiner Mitgliedsvereine zugunsten der Stiftung Deutsche KinderKrebshilfe. Diese hatten im Jahr 2025 15.500 Euro für den guten Zweck einsammeln können. Michael Krüger, Mitglied im BFV-Jugendausschuss und Initiator der Initiative, kündigte für 2026 weitere Aktionen an und erhielt großen Applaus vom TEAM BERLIN, das einen vielfältigen Abend im Zeichen des Austauschs und gemeinsamen Miteinanders verbracht hatte.

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