Mit dem Verbandstag wird das Reformprojekt „Future BFV“, das den Berliner Fußball-Verband zum innovativsten und professionellsten Landesverband im DFB machen soll, zum Abschluss gebracht. Was sind in Ihren Augen die bedeutendsten Ziele, die in diesem Prozess erreicht wurden?
Zunächst finde ich es gut, dass wir von den Handlungsempfehlungen, die Vereinsvertretende mit erarbeitet haben, inzwischen 87 Prozent umgesetzt haben, und zwar auf vielen verschiedenen Gebieten, wie etwa der Gesellschaftlichen Verantwortung, und auch dass wir uns das Thema der Gremienzusammensetzungen weiterhin vorgenommen haben, wohlwissend, dass das insbesondere, was den Frauenanteil anbelangt, nach wie vor kein Selbstläufer ist. Aber ich glaube, wir haben innerhalb des Verbandes zum Beispiel mit dem neuen Markenauftritt und der TEAM BERLIN APP sowie letztendlich auch der Idee, die neue Nachfolgestrategie aufzubauen, wesentliche und wichtige Ziele erreicht. Dazu gehört auch, den Frauen- und Mädchenfußball stärker in den Fokus zu rücken. Das passt parallel zu den erfreulichen Entwicklungen auf Vereinsebene, die wir gerade in der Stadt erleben. Da werden wir mit dem DFB-Assist-Projekt, das wir mit dem Deutschen Fußball-Bund gemeinsam entwickelt haben, auch in den nächsten Jahren noch wichtige Impulse setzen, gerade was die Entwicklung im Bereich des Mädchenfußballs anbelangt. Gleichzeitig bleiben wir uns den Herausforderungen, die wir etwa mit Sportplätzen und mit Übungsleitungen dieser Stadt haben, bewusst. Es gibt viele wichtige Dinge, die wir erreicht haben und die wir auch in der Zukunft noch anzugehen haben.
Die Ergebnisse von „Future BFV“ sollen nach dem Verbandstag in die neue Folgestruktur „Team Berlin Strategie 2026-2029“ überführt werden. Was sollen die Kernziele dieser neuen Strategie sein und wie werden die Vereine davon profitieren?
Die Strategie wird sich auf zwei Säulen aufbauen. Einmal wollen wir weiterhin die Verbandsentwicklung vorantreiben. Dazu gehört unter anderem auch das Ziel, die wirtschaftlichen Verhältnisse des BFV zu stabilisieren. Aber wir wollen vor allem auch die Vereinsentwicklung stärker in den Blickpunkt nehmen. Dabei geht es insbesondere um das Thema Ehrenamt: Wie können wir die Leute stärken? Wie können wir Erleichterungen für das Ehrenamt schaffen? Wie können wir das Ehrenamt attraktiver machen? Auch eine Anerkennungskultur zu entwickeln, ist eine wichtige Herausforderung. Darüber hinaus wird es darum gehen, die Vereine insgesamt über mehr Beratung zu stärken. Da haben wir die Vereinsberater im Einsatz, die mit Ideen in die Vereine gehen, und wir haben den Masterplan des DFB, der auch den Vereinen hilft, weil er sie für ihre Arbeit belohnt. Das sind Ansätze, die uns dabei helfen können, die Vereine noch wesentlich zu stärken. Wir beobachten, dass die Vereine darüber klagen, nicht genügend Ehrenamtliche zu haben. Es gibt dort einen Personalmangel. Hier muss man schauen, wie man das Ganze attraktiver gestalten kann. Wie kann man den Amateurfußball attraktiver machen, so dass wir alle Freude daran haben und keinen Frust erleben? Das betrifft unsere Schiedsrichter*innen, das betrifft Trainer*innen, Mannschaftsbetreuer*innen und Vereinsvorstände. Wir alle müssen in diesem TEAM BERLIN zu einer Einheit werden und die Werte, die wir gemeinsam verinnerlicht haben, auch am Wochenende auf den Plätzen umsetzen.