Der Berliner Fußball-Verband beteiligt sich am Förderprojekt „Strukturen schaffen gegen Antisemitismus“. Dieses Projekt wurde 2024-2026 von der Stiftung EVZ unterstützt, die deutschlandweit Initiativen und Organisationen fördert, um den Aufbau, die Weiterentwicklung sowie die systematische und institutionelle Stärkung von Handlungs- und Interventionskompetenzen zu ermöglichen.
Im Rahmen des BFV-Projekts wurde insbesondere der Ausbau der hauptamtlichen Anlaufstelle für Antidiskriminierung gefördert.
IHRA-Definition
Der Berliner Fußball-Verband nutzt seit 2025 die Antisemitismus-Arbeitsdefinition der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) und stellt damit sicher, dass antisemitische Vorfälle in all ihren Ausprägungen im Fußball erkannt und eingeordnet werden können. Die IHRA definiert Antisemitismus wie folgt:
„Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Jüdinnen und Juden, die sich als Hass gegenüber Jüdinnen und Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nichtjüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen.“
Mit der Annahme der Definition folgt der BFV z.B. der Bundesregierung und vielen weiteren (Fußball-) Vereinen und Organisationen in Deutschland. Dem BFV wird durch die Zuhilfenahme der IHRA-Definition die Möglichkeit gegeben, Bewusstsein im Verband zu schaffen, dass antisemitische Vorfälle im Fußball in all ihren Ausprägungen geschehen. Somit kann die Anlaufstelle mit dieser Unterstützung gezielt auf Vorfälle reagieren und präventive Maßnahmen sowie Sanktionen auf Grundlage der Begebenheiten im Berliner Amateur-Fußball entwickeln.
Alon Meyer, Präsident von MAKKABI Deutschland:
“Das Fußballjahr 2024 verdeutlichte uns einmal mehr auf schmerzliche Weise die fortwährende Präsenz von Antisemitismus auf unseren Sportplätzen. Exemplarisch dafür stehen die antisemitischen Hetzjagden rund um das Europa League Spiel zwischen Ajax Amsterdam und Maccabi Tel-Aviv oder auch die antisemitischen Entgleisungen gegen die B-Jugend von Makkabi Berlin - und das unmittelbar vor dem Gedenken an die Reichspogromnacht. Leider wird bei antisemitischen Vorfällen viel zu oft nicht angemessen reagiert und gar nicht erst eingegriffen. Um Antisemitismus frühzeitig zu erkennen und somit besser bekämpfen zu können, folgt nun auch der Berliner Fußball-Verband der Antisemitismus-Arbeitsdefinition der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA). Als Präsident des jüdischen Dachsportverbands MAKKABI Deutschland begrüße ich die Übernahme der IHRA-Definition durch den BFV ausdrücklich und hoffe, dass viele weitere Fußballlandesverbände diesem guten Beispiel folgen werden, um die eigenen Vereine und Mitglieder über gegenwärtigen Antisemitismus aufzuklären und für problematische Verhaltensweisen auf und neben dem Sportplatz zu sensibilisieren.”
Weitere Informationen zur IHRA-Definition gibt es unter folgendem Link: Arbeitsdefinition Antisemitismus.