Als Lea Anna Berndorf nach dem vorentscheidenden Treffer zum 4:2 für ihre FSV Hansa 07 gegen Viktoria Mitte zum Jubeln abdreht, schallt der bekannte Gesang „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“ über das Gelände der Wrangelritze. Wenn auch eher aus dem DFB-Pokal bekannt, so ist dieser Ausruf doch auch für diesen Anlass passend, denn die 1. Frauen der FSV stehen nach dem Halbfinalsieg als erster Finalist für das Endspiel im Polytan-Pokal am 24. Mai 2026 fest. Dann fahren sie tatsächlich nach Berlin, genauer nach Mariendorf, ins Volksparkstadion, um dort um den Titel und den Einzug in den DFB-Pokal zu spielen.
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Hansa 07 zieht vor großer Kulisse ins Polytan-Pokalfinale ein
Wrangelritze wird zum Hexenkessel
Auf dem Weg ins Endspiel war das erste Halbfinale, das am Abend des 16. April stattfand, ein echtes Highlight für alle Fußballbegeisterten, die den Weg zum Kunstrasenplatz in der Wrangelstraße fanden – und das waren ganz schön viele. Einzelne Zuschauer*innen sprachen von einer „Rekordkulisse in der Vereinsgeschichte“. Der BFV kann diese Aussage weder offiziell bestätigen, noch dementieren. Fakt ist jedoch, dass mehrere Hundert Personen die Wrangelritze in einen Hexenkessel verwandelten, der eine sehr würdige Kulisse für einen Pokalkracher bot.
Auch das Spiel nahm sich keine lange Anlaufzeit, sondern startete direkt mit Offensivsituationen auf beiden Seiten durch. In der elften Spielminute ließ Viktorianerin Lucie Schröder den Heim-Anhang zunächst verstummen, als sie nach hervorragendem Zuspiel frei auf das Hansa-Tor zulaufend die Nerven behielt und zur Gästinnen*-Führung einschob. Die in der Berlin-Liga auf Platz neun postierten Kreuzbergerinnen* ließen sich den Schock des Rückstands zwar nicht anmerken, mussten sich allerdings etwas gedulden, um das Ergebnis zu korrigieren. Schließlich war es Sophia Ostner, die zum 1:1 traf (29.) und damit auch den Halbzeitstand markierte.
Viktoria auch in Halbzeit zwei mit dem besseren Start
Beide Teams und auch Fanlager gingen entsprechend hoffnungsvoll und guter Dinge in die Pause, zumal das ortsansässige „Büdchen“ tatsächlich geöffnet hatte und die Besucher*innen mit Getränken und veganen Grillwürsten versorgte. Wer den Gang zu den Versorgungsständen antrat, musste lediglich damit rechnen, dass der teuer erkämpfte Platz direkt am Spielfeldrand in der Zwischenzeit bereits anderweitig vergeben war – so sind sie, die Schattenseiten einer „Rekordkulisse“. Behelfsmäßig aus Europaletten errichtete „Tribünen“ erhöhten zumindest für Teile der Anwesenden die Chance, das Geschehen auf dem Feld im uneingeschränkten Sichtfeld verfolgen zu können. Eine wichtige Maßnahme, denn sehenswert war auch die zweite Halbzeit.
Diese begann zunächst besser für die Gästinnen* aus Mitte. Norah Wiegers profitierte von einem Fehlpass, umkurvte die Torhüterin und erzielte die 2:1-Führung für ihre Viktoria (58.). Keine Minute später konnte Lea Anna Berndorf die Partie postwendend ausgleichen (59.). Mittlerweile hatte es in Strömen zu regnen begonnen, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat und der Pokalatmosphäre unter Flutlicht eine zusätzliche Dramatik verlieh, die durch ein grollendes Donnern auch akustisch unterstützt wurde. Das von einigen Zuschauer*innen vermutete Gewitter, stellte sich jedoch schlicht als vorbeifahrende U1 bzw. U3 heraus.
Ruoff und Berndorf entscheiden die Partie
In Minute 68 erbebte die Wrangelritze dann besonders heftig – und dieses Mal war keine vorbeifahrende U-Bahn der Auslöser. Kim-Lucia Ruoff drückte eine Flanke von der rechten Seite per Kopf über die Linie und wurde vom Hansa-Anhang lautstark für den Führungstreffer zum 3:2 gefeiert. Der Traum vom Endspiel rückte für das Heimteam langsam in greifbare Nähe. Auch wenn die Viktorianerinnen* weiterhin aufopferungsvoll kämpften, sollte ihnen an diesem Abend kein Treffer mehr gelingen. So kam es in der 73. Minute zu den bereits am Anfang beschriebenen Szenen: Lea Anna Berndorf wird steil geschickt, erzielt den 4:2-Siegtreffer und lässt sich und ihr Team unter „Berlin, Berlin, …“-Sprechchören feiern.
Die kommentierten Video-Highlights auf YouTube ansehen: Spielbericht FSV Hansa 07 – Viktoria Mitte
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